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Verzögerungen bei Bau von Kohlekraftwerken befürchtet

27.06.2011,

Nach Informationen des Spiegel könnte es beim derzeitigen Bau mehrerer moderner Kohlekraftwerke zu massiven Verzögerungen kommen. Grund sind Probleme mit den Dampfkesseln, die die Inbetriebnahme um Jahre verzögern könnten. Damit stünde das deutsche Stromnetz in den nächsten Jahren womöglich vor noch größeren Herausforderungen, als sie die Energiewende ohnehin schon erzeugt. Denn die geplanten Kohlekraftwerke sind fest für die Grundlasterzeugung und damit für die Netzstabilität eingeplant. Durch die Verzögerung könnte auch der Strompreis in den nächsten Jahren stärker steigen als angenommen.

Betroffen sind laut Spiegel die im Bau befindlichen Anlagen in Duisburg-Walsum, Hamburg-Moorburg, im sächsischen Boxberg und in Wilhelmshafen. Zudem könnten noch fünf andere Kraftwerke betroffen sein, was die in Frage stehende Gesamtleistung auf zehn Gigawatt steigen ließe. Die Ursache für die Verzögerung liegt offenbar in der Verwendung einer ungenügend geprüften Stahllegierung namens T24 bei der Herstellung der Dampfkessel. Dadurch tritt bei den verwendeten Dampfkesseln nun bereits während der Bauphase eine so genannte Spannungsrisskorrosion auf. Sie müssen ausgetauscht werden, wobei bislang unklar ist, wie lange genau sich der Bau der Kraftwerke dadurch verzögert.

In Boxberg ersetzt der Kraftwerksbetreiber Vattenfall nach Spiegel-Informationen bereits den T24-Stahl durch herkömmlichen. In Hamburg dürfte dahingegen das alte Vattenfall-Kraftwerk Wedel noch ein paar Jahre länger am Netz bleiben. Die Auswirkungen werden aus Sicht der Stromproduzenten auch die Verbraucher treffen. Vattenfalls-Sprecher Stefan Müller erklärte gegenüber dem Spiegel: „Die zeitliche Verschiebung der zukünftigen Kapazitäten wird sich preistreibend auswirken.“



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