Stromexporte trotz Atomausstieg noch höher als Importe
21.09.2011, Trotz fallender Tendenz hat der Atomausstieg Deutschlands Rolle als Strom-Exporteur noch nichts anhaben können. Auch im ersten Halbjahr 2011 hat Deutschland per Saldo mehr Strom exportiert als importiert. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2011 23,9 Terawatt-Stunden (TWh) über die europäischen Stromnetze nach Deutschland eingeführt. Im gleichen Zeitraum führte Deutschland 27,9 TWh aus.Gleichwohl macht sich das Abschalten von 8 Atomkraftwerken bemerkbar. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Einfuhrmenge, denn im ersten Halbjahr 2010 lag sie noch bei 19,1 TWh, während die Ausfuhrmenge gegenüber 30 TWh im Vorjahreszeitraum sank. Der Überschuss in der Handelsbilanz verkleinerte sich also von 10,9 TWh im ersten Halbjahr 2010 auf 4,1 TWh im ersten Halbjahr 2011.
Die größten Strommengen wurden aus den beiden Nachbarländern Frankreich (10,4 TWh) und der Tschechischen Republik (5,6 TWh) eingespeist. Die beiden wichtigsten Abnehmer für Strom aus Deutschland waren die Alpennachbarn Österreich (7,8 TWh) und Schweiz (7,6 TWh). Da Frankreich einen Großteil seines Stroms aus Kernkraftwerken gewinnt und auch Tschechien zwei Atomanlagen betreibt (derzeit ca. 32 Prozent), wird der fehlende deutsche Atomstrom derzeit noch vor allem durch ausländischen Strom ersetzt. Auch das Verhältnis von Exporten zu Importen könnte sich durch neuere Zahlen weiter verändern, denn die Stilllegung der acht Atomreaktoren erfolgte erst Mitte März und fällt dabei erst etwa zur Hälfte des Betrachtungszeitraums des Statistischen Bundesamtes ins Gewicht. Zahlen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hatten vor etwa 2 Wochen ein ähnliches Bild ergeben.
1 Terawatt-Stunde entspricht 1.000.000.000 Kilowattstunden (KWh).
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