Google lüftet Strom-Geheimnis
12.09.2011, Wer es wissen wollte konnte sich bisher über den Stromverbrauch des eigenen Computers schnell informieren. Doch dass das digitale Leben mehr Strom verbraucht, als aus der eigenen Steckdose kommt, wird bisher wohl nur wenigen Internetnutzern bewusst, denn die Computer und Server am anderen Ende des Netzes verbrauchen auch Strom, und das nicht zu knapp. Und so war es bis jetzt auch ein lange gehütetes Geheimnis: Wieviel Strom verbraucht Google? Geheim gehalten deshalb, weil Google lange befürchtet hatte, der Konkurrenz zu viel Einsicht in die eigene Größe und das Wachstum zu geben. Nun kommt die Kehrtwende. Der Internetriese hat die Daten über den Stromverbrauch seiner gigantischen Serveranlagen veröffentlicht und startet gleichzeitig eine Erklärungsoffensive, um die Zahlen ins rechte Licht zu rücken.Der Gesamtstromverbrauch von Google lag demnach 2010 bei 26 Milliarden Kilowattstunden. Das entspricht dem Verbracuh einer amerikanischen Stadt mit 200.000 Einwohnern. Die Stromleistung, die Google demnach permanent konsumiert, liegt bei 260 Megawatt, was etwa 25 Prozent der Leistung eines durchschnittlichen Atomkraftwerks entspricht.
Doch Google beteuert gleichzeitig, eines der umweltfreundlichsten Unternehmen zu sein. Technikvorstand Urs Hoelzle schreibt im offiziellen Google-Blog, dass Google schon seit Jahren daran arbeite, den Energieverbrauch so gering wie möglich zu halten. So habe man Server entwickelt, die nur die Hälfte des üblichen Strombedarfs hätten. Google sei zudem seit 2007 ein CO2-neutrales Unternehmen. Man beziehe exklusiv den Strom aus zwei Windparks und habe Solaranlagen auf einigen Gebäuden. Emissionen, die nicht vermieden werden könnten, würden durch Klimazertifikate kompensiert. Zudem macht Google geltend, dass allein die Dienstleistungen des Unternehmens helfen würden, Energie zu sparen. Gegenüber der New York Times erklärte Hoelzle, dass es in dieser Hinsicht besser sei eine Suchanfrage zu starten, als mit dem Auto zur Bibliothek zu fahren. Google habe 2010 25 Prozent seiner Energie aus erneuerbaren Quellen bezogen, 2011 könnten es schon 30 Prozent sein.
Und auch der Google-Nutzer weiß nun, welchen Anteil sein Surfverhalten am Google-Energieverbrauch hat. Wie Google ausgerechnet hat, kommen auf den durchschnittlichen Google- , Youtube, Gmail und Google+-Nutzer knapp 0,2 Kilowattstunden pro Monat. Das ist die Leistung einer 60W-Glühbirne, die drei Stunden brennt.
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