Ab Oktober lebt die Welt ökologisch auf Pump
05.10.2011, Die Erdbevölkerung lebt über ihre Verhältnisse. Damit sind diesmal nicht die finanziellen Schulden gemeint, die im Zuge der Finanzkrise stark im Mittelpunkt stehen. Es geht um ökologische Schulden, denn die Menschen verbrauchen mehr Ressourcen, als nachhaltig auf der Erde zur Verfügung stehen. Um diesen Zusammenhang ins Bewußtsein zu rücken und für das Konzept der Nachhaltigkeit zu werben, ruft das Global Footprint Network jedes Jahr den Earth Overshoot Day, den Tag der ökologischen Überschuldung aus. Das ist der Tag, an dem jedes Jahr die natürlichen, nachhaltigen Ressourcen verbraucht sind und die Menschheit beginnt, über ihre Verhältnisse zu leben. Dieses Jahr war das der 27. September.Grundlage ist das Konzept des ökologischen Fußabdrucks. Das ist die Fläche auf der Erde, die benötigt wird, um den aktuellen Lebensstandard eines Menschen zu ermöglichen. Das beinhaltet Ernährung, Mobilität und den sonstigen Energieverbrauch. Nach der letzten veröffentlichten Erhebung brauchte die Menschheit 2007 23 Prozent mehr Fläche als nachhaltig zur Verfügung steht. Anhand des Earth Overshoot Days lässt sich einfach feststellen, ob die Menschheit einer nachhaltigen Ressourcennutzung näher kommt, oder nicht.
Dieser Trend ist derzeit immer noch rückläufig. Zwar lag der Tag der ökologischen Überschuldung 2010 am 21. August, doch hätte er nach den verfeinerten, für 2011 angewandten Berechnungsmethoden am 1. Oktober liegen müssen. Nach Berechnungen des Global Footprint Networks, das 2003 vom Schweiz-Kanadier Mathis Wackernagel gegründet wurde, hat die Menschheit die Nachhaltigkeitsschwelle Mitte der 1970er Jahre erstmals überschritten und entfernt sich seitdem weiter von ihr. Bei gleichbleibender Tendenz könnte Mitte dieses Jahrhunderts die Menschheit die doppelte nachhaltig zur Verfügung stehende Fläche verbrauchen, also im Grunde zwei Planeten benötigen.
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